Probleme beim Berichte schreiben

Probleme beim Berichte schreiben

Probleme beim Berichte schreiben

Ihr müsst Berichte über eure Sessions schreiben und habt Probleme damit und versteht auch nicht den Sinn dahinter? Hier versuche ich ein bisschen Licht hinter die Sache zu bringen.
Dieser Artikel sollte unter meiner Rubrik Ausbildung sicher nicht fehlen, weil es früher oder später auf euch zukommen wird…

Die typische erste Reaktion

Zuerst sollte ich mal erklären, was ich überhaupt mit Berichten meine.
In diesem Artikel meine ich mit Berichten hauptsächlich schriftliche Berichte, nach einer Session, in denen ihr euren Gefühlen und Empfindungen, die während der Session in euch aufkamen, freien Lauf lassen könnt – oder besser gesagt – sollt!

Wenn ich mit Gleichgesinnten, hauptsächlich anderen Subs, über Probleme beim Berichte schreiben rede, bekomme ich meist die folgenden Reaktionen zurück: Für die Älteren ist das selbstverständlich und ich bin manchmal ganz erstaunt, wenn ich dann Berichte über ein Wochenende sehe, die sehr lang sind und teilweise sogar öffentlich geführt werden. Zum Beispiel bei der Sklavenzentrale unter der Tagebuch Funktion. Herrn As jetzige Sub hat sogar eine eigene Unterrubrik, also ihren eigenen Blog, auf einer bekannten SM Seite. Ihre Berichte dort sind allerdings Jahre alt und sie beschreibt dort ausschließlich ihre Gefühle und Gedanken und geht weniger auf die Sessions oder Aufgaben selbst ein. Das finde ich zwar sehr interessant, aber ungewöhnlich.

Doch der Grund, wieso ich diesen Artikel überhaupt schreibe ist die typische Reaktion der Jüngeren, die ich meist zurückbekomme: Oh Gott, das könnte ich nie. Das ist die absolute Horrorvorstellung für mich einen Bericht schreiben zu müssen.

Alternativen

Ich weiß! Normal sollte ich vielleicht erst den Sinn und Zweck hinter den Berichten erklären. Das mache ich aber lieber zum Schluss, da dies ziemlich ausführlich werden wird.

Deshalb sprechen wir zuerst über Alternativen, wenn ihr Probleme beim Berichte schreiben habt. Die einzig sinnvolle Alternative ist hier natürlich der mündliche Bericht, Rede und Antwort stehen und frei und offen vor den Herrschaften und evtl. auch Publikum berichten. Und bis eben dachtet ihr noch, Berichte schreiben wäre schlimm, was? 🙂

Für mich ist das offene Reden noch 100 Mal schlimmer und sozusagen die nächste Stufe. Ich denke, den meisten von euch wird es genauso gehen.
Allerdings gibt es auch hier, wie fast überall, Ausnahmen. Ich habe schon von Subs gehört, dass sie dann doch lieber sprechen als schreiben. Und ich glaube Herrin D. hat mal gesagt, dass es z.B. bei der lieben Lola auch so wäre. Wenn sie das liest, wird sie uns sicher in einem Kommentar aufklären, ob das stimmt.

Wieso, Weshalb, Warum

Kommen wir zum Wichtigsten. Was soll das Ganze überhaupt?
Mir wurde es folgendermaßen begreiflich gemacht, ohne, dass ich hinterfragt hatte:

Gerade in der Anfangszeit traut man sich natürlich noch nicht, offen und ehrlich zu sagen, was während einer Session in einem vor sich ging. So kommt es ohne Bericht oft zu Missverständnissen, was selbst meine Herrin über Jahre hinweg mühsam lernen musste.

Ein gutes Beispiel hierfür ist z.B., die Sub ist während der Session sehr ruhig und erträgt alles problemlos. Sie sagt hinterher keinen Ton und selbst auf Nachfragt wie es war, sagt sie aus Gewohnheit einfach: Gut, wie immer, um die Herrschaften nicht zu verletzen.

Durch die Berichte hat meine Herrin gelernt, dass Dinge oft völlig anders von der Sub empfunden wurden, als von der Herrschaft. Und wenn man sich dann hinterher einfach die Zeit nimmt, alles in Ruhe nieder zu schreiben, kommt das Ganze erst zu Tage.

Zu meinem Beispiel eben: Vielleicht war die Sub während der Session einfach so ruhig, weil sie alles ganz furchtbar empfand und innerlich so weit abgeschaltet hatte, dass sie nichts mehr hat sagen können?! Ohne den abschließenden Bericht käme dies nie ans Licht.
Vielleicht findet sie Dinge ganz furchtbar, die bereits als erlernt und gemeistert gelten, wo sich die Herrschaft überhaupt keine Gedanken mehr macht.

Über die Ausbildung hinweg konnte ich das natürlich noch nicht wirklich beurteilen, aber auch bei mir kamen Dinge ans Licht, die völlig anders interpretiert wurden. Und das in beide Richtungen. Damit meine ich nicht nur Dinge, bei denen ich ruhig war, und trotzdem als schlimm empfand, sondern auch genau das Gegenteil. Manchmal ist man auch laut und zappelt herum. Und ist dabei in Wirklichkeit völlig glücklich und zufrieden und will auch genau das!

Ihr merkt schon, das ist alles sehr schwer zu erklären, aber ich denke ihr versteht, worauf ich hinaus will. Es wird Definitiv Probleme beim Berichte schreiben geben.

Alternative II

Das Gute ist, irgendwann wird sich auch die Sub genau dessen bewusst und ist sehr froh darüber, ihre wahren Gefühle niederschreiben zu dürfen. Manchmal ist das ja schließlich die einzige Form sich ausdrücken zu dürfen.

Und wenn man das am Anfang noch nicht kann, oder Angst davor hat, dann fängt man klein an, so wie in der Schule. Wenn man nicht wirklich schreiben kann, was man dabei empfunden hat, dann schreibt man einfach eine sachliche Zusammenfassung, was genau passiert ist.

Als nächstes dann vielleicht am Ende ein kleines eigenes Statement, wie es war. Einfach insgesamt gesehen. Und irgendwann traut man sich dann auch klar zu sagen, den Rohrstock fand ich wirklich schlimm, das Mitzählen macht mir Probleme, aber nackt zu kochen – dabei habe ich mich wohl gefühlt.

Die Sichtweise der Herrschaften

Und gerade diese Ehrlichkeit ist so verdammt wichtig für eure Ausbilder. Selbst dieser kleine Satz den ich eben geschrieben habe könnte ja ein wichtiger Punkt sein, der eurem Herr oder eurer Herrin sagt: Moment mal, sie ist vielleicht wenig oder gar nicht masochistisch, dafür aber extrem devot. Oder vielleicht auch umgekehrt.

Das spielt ja jetzt hier auch keine Rolle, aber wenn ihr diesen letzten Bericht nie geschrieben hättet, dann wüsste eure Herrschaft doch auch nicht davon und würde das gleiche Schema einfach weiterfahren, euch auszubilden, weil sie denkt, es wäre alles in Ordnung und ihr wärt glücklich.

Dies bitte nicht über bewerten oder falsch verstehen. Es ist normal, dass einem manche Sachen am Anfang schwer fallen, und das bedeutet nicht, dass ihr nicht masochistisch  seid. Aber wenn es über längere Zeit immer wieder so ist, und ihr nie etwas sagt, kann es schon ein wichtiger Anhaltpunkt auf eure wahre Gesinnung sein.

Hierzu ist sicherlich auch noch wichtig, dass dies völlig normal ist. Die meisten Gleichgesinnten, die ich kennengelernt habe sind entweder devot oder masochistisch – beides zusammen ist sehr selten. Daher ist das kein Beinbruch. Mehr darüber findet ihr unter meiner Rubrik Ausbildung.

Der nächste Schritt

Was hier vielleicht noch ganz wichtig ist. Ein verantwortungsbewusster  Herr will euch ja nicht einfach nur zur Sub, Zofe, was auch immer ausbilden. Man will natürlich auch verstehen, was in euch vor sich geht, also geistig. Man wird sich für euch verantwortlich fühlen und die völlige Verantwortung kann man ja nur übernehmen, wenn man versteht, was gedanklich in euch vor sich geht. Und ohne Berichte zu schreiben, würdet ihr euch jemals wirklich öffnen?
Würdet ihr während einer Session sagen: Also der Knebel gerade, es wäre vielleicht besser, ich könnte dabei etwas sagen. Oder die Fußfesseln, die waren etwas eng. Die Hiebe etwas unbeholfen.

Irgendwann, und das ist meine feste Meinung, merkt jede sub, was für ein Glück es ist, seine Gefühle einfach aufschreiben zu können.
Eine gute Herrschaft erkennt ihr dann daran, ob sie die Berichte auch wirklich liest, und versucht etwas daraus zu lernen und etwas zu ändern oder überhaupt darauf einzugehen. Falls nicht – Vorsicht!

Probleme beim Berichte schreiben wird es immer geben. Aber irgendwann weiß man es zu schätzen, dass man überhaupt welche schreiben darf, die auch gelesen / studiert werden!

Der nächste Schritt bei mir war, dass man dann auch merkt, dass man durch das noch einmal darüber nachdenken, alles ganz genau niederschreiben, wieder zurück daran erinnert wird und sich alles nochmal durch den Kopf gehen lässt.

Noch stärker ist das Gefühl natürlich, wenn man sich vorher auch für den Bericht bereit macht. Vielleicht am Anfang die Tür abschließen, komplett ausziehen, auf den Knien schreiben, etc.
Nach meiner Erfahrung wird man dadurch noch offener und schreibt ehrlicher. Und, ihr habt es schon geahnt, man wird gedanklich wieder in der Zeit zurückversetzt und wird manchmal auch geil dabei.

Auch das, finde ich, ist nichts Schlimmes, wofür man sich schämen sollte. Dadurch wird man vielleicht sogar noch ehrlicher und traut sich, Dinge zu schreiben, die man sonst nie sagen würde.

Im Gegenteil, macht es zu eurer Stärke und erwähnt es einfach in eurem Bericht. Eure Herrschaft wird garantiert sehr dankbar und überrascht über eure Offenheit sein.

Konsequenzen

Was ich allerdings hier nicht verschweigen will. Eure Herrschaft, wird zwar begeistert über eure Ehrlichkeit sein, aber es wird Konsequenzen geben. Etwas, dass ihr euch dabei nicht mehr selbst befriedigen dürft, oder erstmal vorher fragen müsst.

Und was ich dabei gelernt habe: Nicht alle Konsequenzen in der Richtung sind schlecht oder negativ. Im Gegenteil, sie können einen weiter bringen!

Bei mir war das z.B. so wie eben beschrieben, das habe ich mir ja nicht ausgedacht. Und als ich das zum ersten Mal im Bericht erwähnt habe, war ich ganz vorsichtig und habe geschrieben, dass ich mich dann selbst berühren musste usw…

Konsequenz daraus war, dass ich es beim nächsten Mal genauer beschreiben musste. Also, dass ich nackt war beim Schreiben, gemerkt habe, dass ich harte Nippel hatte und feucht wurde und mir dann zwischen den Beinen gerieben habe.

Beim nächsten Mal dann noch offener, wodurch man schließlich Schritt für Schritt die Hemmungen verliert und auch lernt offen und ehrlich über seinen Körper zu reden.

Über die Zeit hinweg wurde dann aus meiner Formulierung, dass ich erregt war und mich selbst berührt habe in etwa folgendes: Werte Herrin, mich selbst beim Schreiben trocken zu rasieren und meine Fotze mit der rechten Hand zu bearbeiten war noch nicht schmerzhaft genug. Erst als ich drei Finger meiner linken Hand in meinem Arschloch hatte und meinen Kitzler mit der rechten Hand schlug oder peitschte, kam ich zum Orgasmus und hatte dabei mein halbes Kopfkissen im Mund, um nicht das ganze Haus zusammen zu schreien…

Fazit

Ihr seht, nicht immer sind Konsequenzen schlecht oder schlimm. Sie bringen einen weiter. In meinem Beispiel dürft ihr dadurch das nächste Mal vielleicht nicht mehr masturbieren *lach*. Stattdessen, wann immer ihr eine Position im Bericht erwähnt, diese noch einmal 5 Minuten vorm Spiegel einnehmen und euch dabei selbst betrachten…

Irgendwann wird es zur Gewohnheit, quasi selbstverständlich für euch und die Probleme beim Berichte schreiben sind dahin. Man lernt es zu schätzen und ist sogar dankbar dafür seinen Gedanken hier auf diesem Wege freien Lauf lassen zu können.

Am Anfang fand ich auch, es wäre irgendwie schwer. Aber Mittlerweile habe ich schon zugesehen, wie Sub öffentlich bespielt werden, in der GO und hinterher sogar vor fremden Zuschauern Rede und Antwort stehen, ohne sich zu schämen. Das ist für mich der nächste Schritt, das höchste Gut. Aber wahrscheinlich ist auch das nur eine weitere Stufe auf dem Weg…

Probleme beim Berichte schreiben Ende
Probleme beim Berichte schreiben Ende

Bitte vergesst nicht: Das alles dient nur dazu, damit sich eure Herrschaften besser in euch hinein versetzen können. Und das müssen sie, um euch besser ausbilden zu können. Nur wenn ihr bereit dazu seid, euch auch gedanklich völlig zu öffnen, macht das Ganze langfristig überhaupt Sinn. Ihr werdet es nicht bereuen…

 



Danke fürs Lesen and please cum again.

Falls du Zweifel am Inhalt oder Fragen hast, so hinterlasse mir bitte einen Kommentar, lies mein FAQ oder schreib mich direkt an.

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redSubmarine{D|A}

5 Gedanken zu „Probleme beim Berichte schreiben“

  1. Meine lieb redSubmarine, ich bin sooo froh das du diesen bericht geschrieben hast und auch so ausführlich darauf eingegangen bist, ich denke das eine menschen ihre herren und herrinnen jetzt besser verstehen und ihnen das schreiben der berichte jetzt auch viel leichter fällt.

    Was deine indirrekte frage an mich angeht, ja das stimmt was D gesagt hat, ich würde meine Berichte lieber Mündlich wider geben und zwar aus zwei gründen. zum einen habe ich bei meinem ersten “Herrn” so was wie mündliche Berichte wider geben müssen aber eigentlich nur zum training des offenen sprechens und für den versuch mich Demütigung entfinden zu lassen. und der zweite grund ist mit mir persöhnlich verknüpft, ich schreibe zwar sehr gerne , tue es auch privat in form von tage buch oder geschichten etc. allerdings ist es mir lieber meinen Herrn oder meiner Herrin persönlich zu erzählen was in mir vor ging oder vor geht, wenn ich schreibe sieht man keine lüge keine ausflüchte, man merkt nicht ob irgend wo etwas verschwiegen wurde oder nicht anders als bei den mündlichen berichten, Herr oder Herrin sehen sofort ob ich schützling etwas verschwigt oä. man kann auch auf fragen direkt eingehen , beim schreiben geht man nur auf sich selbst ein beim mündlichen können herrin/herr ihren schützling in die richtung führen wo sie gerne mehr information zu hätten, manchmal sind das dinge an die man gar nicht denken würde, die man als belanglos sieht oder einem erst gar nicht in den sinn kommen würden auch so könnte es dem Herrn oder der Herrin gehen. durch miemik ton lage und körmer kann das gegenüber einiges erkennen.

    ich hoffe man versteht was ich meine und das es nicht zu lang geworden ist, bei weiteren fragen weist du ja wie du mich erreichen kannst 😉

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