BDSM Limits offen benennen?
Frage von: Thomas
Hast du vorab immer deine Tabus kommuniziert oder es auch einfach auf dich zukommen lassen?
Neulich habe ich eine interessante Frage bekommen. Die möchte ich euch einmal zusammenfassen:
Auch wenn ich meine Neigung bislang kaum ausgelebt habe, möchte ich mich und meine Phantasien nun Realität werden lassen. Ich habe auch schon eine mehr oder weniger erfahrene Sub gefunden, die sich mir (Freigabe von ihrem Ehemann steht noch aus) anvertrauen möchte. Eine Antwort auf ihre Tabus verweigert sie allerdings beharrlich und vertritt stattdessen den Standpunkt, sie könne doch sein, dass ihr bisher eher unliebsame Behandlungen in meinem Fall Freude bereiten. Daher tendiere ich aktuell dazu, bedächtig anzufangen. Ansonsten schütte ich wohlmöglich das Kind mit dem Bade aus.
Dies vorausgeschickt, hier meine Frage: Hast du vorab immer deine Tabus kommuniziert oder es auch einfach auf dich zukommen lassen?
Die eigentliche Frage
Ich glaube, dass Thomas eigentlich etwas anderes Fragen wollte. Ist es normal, dass seine sub ihre Limits oder Tabus nicht vorab offen benennen möchte?
Hier gibt es viele Gründe und Möglichkeiten, wieso eine sub ihre Limits vorher nicht offen benennen kann oder möchte:
- Unklarheit über eigene Grenzen: Manche Menschen sind sich ihrer eigenen Limits nicht sicher und benötigen Zeit, um diese zu erkennen und zu formulieren.
- Unerfahrenheit: Auch ich konnte ganze am Anfang natürlich noch keine Grenzen benennen, weil ich ja gar nicht wusste, was es alles gibt.
- Angst vor Urteil oder Ablehnung: Sie könnte befürchten, dass ihre Limits nicht akzeptiert werden oder dass sie als weniger „abenteuerlustig“ angesehen wird, wenn sie bestimmte Grenzen setzt. Oder sogar das Gegenteil. Bei zu wenigen Grenzen könnte sie als „Schlampe“ abgestempelt werden.
- Unzureichende Kommunikationserfahrung: Sie hat möglicherweise nicht genug Erfahrung mit BDSM oder in der Kommunikation über Grenzen, um sich wohl zu fühlen, diese zu äußern.
- Mangelndes Vertrauen: Wenn ich deine Mail richtig verstanden habe kennt ihr euch ja kaum. Ihr habt euch noch nicht einmal persönlich getroffen.
- Furcht vor dem Verlust der Dynamik: Sie könnte denken, dass das Festlegen von Limits die Spannung oder das Vergnügen mindern könnte. In dem einen Satz, den sie sagte, steckt schon viel Wahrheit. Grenzen sind flexibel. Beim Dom geht man oft viel weiter als beim eigenen Ehemann. Eine unschöne Wahrheit.
- Vermeidung von Konfrontationen: Sie könnte Konflikte oder unangenehme Diskussionen vermeiden wollen, insbesondere wenn sie nicht sicher ist, wie der Partner reagieren wird. Eine typisch weibliche Eigenschaft.
Fazit
Du siehst, deine Frage wieso man BDSM Limits offen benennen kann oder nicht, ist nicht so einfach zu beantworten. Doch du hattest ja direkt nach mir gefragt:
Hier hatte ich schon einmal über die unterschiedlichen Stufen einer sub geschrieben. Bei mir war es so, dass ich Anfangs so gar keine Ahnung hatte und deshalb natürlich noch keine Limits benennen konnte. Erst nach und nach erfuhr ich, was alles möglich ist.
Bei der Ausbildung gab es Dinge die mir besonders gefielen und natürlich auch Dinge, die mir gegen den Strich gingen, wie anfangs anal. Als ich dann mitbekam, dass es normal sei Limits zu benennen, war ich trotzdem stets bemüht darum, zumindest alles einmal auszuprobieren, statt es vorschnell abzulehnen.
Später kam ich nie in die Verlegenheit irgendwelche Limits nennen zu müssen, da ich mich ja nicht mit wildfremden Leuten aus dem Internet treffe. Alle meine Kontakte sind durch persönliche Treffen zustande gekommen oder auf Empfehlung von anderen mir bekannten Herrschaften. Daher wusste wahrscheinliche alle, mit denen ich Sessions hatte, besser über mich und meine Limits bescheid, als ich selbst.
Was ich noch ganz wichtig finde zu erwähnen: Es ist wichtig für eine sub zu wissen, dass alle Herrschaften unterschiedliche Vorlieben und Interessen haben. Das war mir sehr lange nicht klar und wenn einem das dann das erste Mal passiert, ist es wie ein Schock.
Es kommt einem dann so vor, als ob alles bisher erlernte wertlos und nutzlos sein. Doch so ist es nicht. Gefangen in solch einer Situation ist es für mich selbstverständlich, dass eine gute sub ständig an sich arbeiten sollte, sich auf unterschiedliche Vorlieben einstellen kann und auch bereit ist, ihre Limits stets zu erweitern.
Danke fürs Lesen and please cum again.
Falls du Zweifel am Inhalt oder Fragen hast, so hinterlasse mir bitte einen Kommentar, lies mein FAQ oder schreib mich direkt an.
Falls dir mein Blog gefällt kannst du mir gern eine Kleinigkeit von Amazon kaufen.
redSubmarine{D|A}

Sehr schön das die Seite wieder mit Leben gefüllt wird.
Es gibt nur wenig wirklich gute Seiten mit Erfahrungsberichten im BDSM Bereich.
MLG nicole
Prima, das es scheinbar auf der Seite weitergeht. Danke!
Zweiter Versuch, diesmal hoffentlich ohne Tippfehler.
Liebe Red,
nun ist die Kommentarfunktion wahrscheinlich gar nicht dafür gedacht, aber in Ermangelung anderer sinnvoller Ideen wollte ich an dieser Stelle kurz über die Fortschritte meines Eintauchens in die Welt des BDSM berichten. Und ja, ich bin Thomas, der ursprüngliche Fragesteller.
Wie du zurecht in deiner Antwort herausgearbeitet hattest, waren meine Sub und ich mir anfangs völlig unbekannt. Der Kontakt entstand auf virtuellem Wege und es folgten erste Treffen, die rein dem Abtasten (was nicht wörtlich zu verstehen ist) dienten. Schon diese Treffen fand ich sehr spannend, da sie erste, eher flüchtige und sicherlich tendenziell oberflächliche Einblick in die Welt meiner Sub erlaubten. Doch es dauerte ein paar Wochen, bis ihr Ehemann (der mit BDSM nichts am Hut hat, aber meiner Sub ihr Leben lässt) mich kennenlernte und sie freigab.
Vielleicht ist es wichtig zu erwähnen, dass meine Sub frisch aus einer anderen Dom-Sub-Beziehung kam, welche sie von sich aus nach fünf Jahren beendet hatte. Sie fühlte sich nicht verstanden und seelisch gequält. Allein dieser Erfahrungsvorsprung ihrerseits löste bei mir als Anfänger im Bereich BDSM die Besorgnis aus, ihr nicht gerecht zu werden. Damit meine ich, dass es mir immer darum geht und ging, die Seele meiner Sub zu erforschen und anzusprechen. Mir ging es nie um das reine Spiel, sondern um mehr. Kurioserweise war mir das gar nicht wirklich bewusst, sondern dies hat sich erst im Laufe der Zeit herausgestellt. Mit geht es um die Verbindung und die Schnittstelle von Körper und Seele. Ich suche ihr seelisches Verlangen, welches sich am Ende durch körperliche Sehnsüchte ausdrückt und auch körperlich gestillt werden will, was wiederum ihre Seele streichelt. Es ist aus meiner Sicht ein unaufhörlicher Kreislauf. Und ich finde diese Verbindung bzw. Schnittstelle von Seele und Körper außerordentlich spannend. Wie dem auch sei: Aufgrund ihrer Erfahrungen hatte ich nach ihren Grenzen gefragt. Bekanntlich ohne darauf eine Antwort zu erhalten.
In den letzten Monaten (inzwischen ist es sogar schon ein Jahr) habe ich mich vorgetastet. Ganz behutsam, um sie kennenzulernen – also wirklich kennenzulernen. Mich hat die vermeintliche Langsamkeit nicht gestört, war sie doch von mir so gewählt. Der Anfang war abgesehen von der Erforschung ihrer Seele nahezu rein sexuell. Inzwischen bin ich hinsichtlich ihrer körperlichen Befriedigung über den Gürtel bis zu Flogger, Gerte und Rohrstock vorgedrungen. Auch Natursekt (Abfüllen aller drei Löcher) ist überhaupt kein Problem mehr (von ihr ursprünglich als undenkbar bezeichnet). Natürlich weiß sie und weiß ich, dass noch so viel mehr auf uns wartet. Aber ich bin auch im Nachgang und angesichts der bisherigen Erfahrungen froh, dass ich die Sache langsam angegangen bin. Unsere Verbindung ist inzwischen sehr intensiv und weit jenseits einer reinen Spielbeziehung. Ich bin mir sicher, dass hätte ich anfangs auf Gedeih und Verderb alle mir bekannten Facetten des BDSM ausprobieren wollen, dann hätte ich sie längst verloren, wäre mit ihr nicht dort wo wir sind. Denn ich hätte ihre Seele nie erreicht und nie gestreichelt. Mit anderen Worten: Ich hätte sie nie wirklich berührt. So werde ich mir auch weiterhin Zeit lassen. Sie weiß, dass ich alles von ihr will. Ich habe es ihr gesagt. Ich habe ihr gesagt, dass es mir darum geht, dass sie ankommt. Ankommt bei mir. Und für mich ist sie bei mir angekommen, wenn ihr Hirn, ihr Herz und ihre Seele täglich nach mir rufen. Auch das habe ich ihr gesagt.
Sollte all das gar nicht hierher gehören, dann kannst du dieses Kommentar natürlich gerne löschen.
Viele Grüße
Thomas