Angstattacken durch zu viel Schmerz

Nackt vorm Rechner

Hattest du schon einmal Angstattacken durch zu viel Schmerz? Seither Angst vor einem gewissen Gegenstand / Schlaginstrument?

Frage von: Lola

Angstattacken durch zu viel Schmerz?

Die Überschrift ist nicht wirklich die genaue Frage gewesen. Ich musste nur leider eine kurze Überschrift für die Frage finden und glaube, dass sie etwas anders gemeint ist. Deshalb gleich nochmal genauer…

Die exakte Frage ist: Hast du während deiner Ausbildung mal solche Schmerzen erfahren, dass du sie nicht ertragen konntest und sogar eine Weile richtig Angst/Panik bekamst wenn du noch mal Schmerz erleben solltest oder diesen Gegenstand mit dem dieser Schmerz eventuell ausgelöst wurde gesehen hast?

Vielleicht eines vorweg, bevor ich darauf eingehe. Es war wirklich eine gute Idee hier Fragen zuzulassen. Auf die Idee von allein über so etwas zu berichten wäre ich nie gekommen! Solche Fragen sind nicht nur interessant für mich sondern auch oft lehrreich. Erst durch die Frage komme ich auf die Idee überhaupt darüber nachzudenken. Deshalb vielen Dank für diese Frage liebe Lola.

Schlechte Erlebnisse

Je mehr ich über Lolas Frage nachdenke umso besser verstehe ich was sie meint. Ich sage mal so: Bei einer Session ist es wie beim Sex. Es gibt gute und es gibt schlechte Tage. Mal hat man Lust, mal weniger. Mal hält man sehr viel aus, mal weniger. Wenn man zu lange Entzug hat, hat man erst Entzugserscheinungen und kommt dann völlig raus, gewöhnt sich daran es nicht zu haben. Dementsprechend weniger verträgt man dann beim nächsten Mal!

Deshalb ist die Gefahr bei einer Ausbildung überfordert zu werden sehr gering (finde ich). Eben weil man sich kennt. Aber aus Gesprächen mit Gleichgesinnten weiß ich, dass es wohl sehr viele Dumm-Doms gibt, entweder unerfahren oder pure Sadisten die einen gleich beim ersten Treffen richtig rannehmen und dann wegschmeißen.

Mir ist das zum Glück nie passiert und schon gar nicht während meiner Ausbildung. Habe ich da vielleicht nur Glück gehabt?

Mein Schmerzempfinden

Vor der Ausbildung war ich der Meinung ich wäre wenig masochistisch. Eigentlich möchte ich hier fast sagen gar nicht, aber durch Borderline stimmt das nicht so ganz.
Meine Herrin hat mich an das Thema aber gut herangeführt und immer gut vorbereitet oder aufgewärmt, zum Beispiel durch Spanking oder einen leichten Flogger. So dass ich es gar nicht gemerkt habe, wenn dann auf heftigere Instrumente gewechselt wurde und hinterher selbst über meine Striemen überrascht war.
Hier bin ich mir sicher, dass sie alles perfekt gemacht hat gerade weil sie, wie sie selber sagt, auf dem Gebiet nicht sehr bewandert ist. Herrin D. ist eher Expertin im Fesseln mit Seil und hat mir alles andere beigebracht.

Meinen ersten Subspace hatte ich aber woanders. Für viele mag das jetzt vielleicht überraschend klingen. Aber Herrin D. war so klug mich auf den Gebieten, wo sie mich selbst nicht mehr weiter bringen konnte, in vertrauensvolle Hände abzugeben. Was hatte ich am Anfang für eine panische Angst davor. Sie hat für mich jemanden aus meiner Heimatstadt gefunden, einen Experten für Schmerz.  Der Fairness halber muss ich hier natürlich auch erwähnen, dass auch Herr A. seine Schwächen hat. Er kann zwar gut schlagen, dafür kann er so schlecht mit Seil umgehen, dass er einen lieber mit Metallketten festbindet, die ganz einfach zu befestigen sind. So hat jeder seine Stärken und Schwächen.

Panikattacken

Da fällt mir doch noch eine Sache ein, die vielleicht ein bisschen in die Richtung geht. Dies nur, weil ich gerade in meinem Bericht von TPE Samstag davon berichte: Ich habe (oder eher hatte) sehr empfindliche Nippel. Und was am Anfang gar nicht ging, oder wovor ich heute noch am meisten Panik habe sind ultra starke Magneten, mit denen man sie quetschen kann. Sagen wir so: Es tut weh. Und es geht nur wenn man schon super in Stimmung oder im Subspace ist. Dann ist es sogar geil. Aber so völlig unvorbereitet würde ich da erstmal Panik bekommen.

Drehen wir die Frage um

Was ich hier zum Schluss unbedingt noch sagen muss und was mir bei dem Thema noch einfällt: Was ist, wenn wir deine Frage einfach mal umdrehen?

Wenn ich drüber nachdenke, gibt es so vieles, wovor ich am Anfang unglaubliche Angst hatte. Es gibt ja so Dinge, wovor man einfach Angst hat auch ohne damit Erfahrung zu haben. Zum Beispiel Nadeln!
Heute weiß ich, dass Nadeln immer fies aussehen, aber im Grunde völlig harmlos sind. Ein kurzer Pieks, das wars – überhaupt nicht schlimm. Aber die Anfangsangst davor war unglaublich hoch.

Wenn wir die Frage umdrehen gibt es heute wahrscheinlich mehr Dinge vor denen ich die Angst verloren habe statt Dinge, vor denen ich nun Angst habe. Auch allgemein gesagt. Das hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber jetzt wieder zu Hause, ohne regelmäßige Sessions, da kommen wieder düstere Gedanken in mir hoch, der Wille mich selbst zu verletzen. Die Arbeit hilft dagegen sehr, aber nicht so sehr wie mein vorheriges Leben…

Ich hoffe, ich habe deine Frage hiermit beantwortet?

 



Danke fürs Lesen and please cum again.

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redSubmarine{D|A}

3 Gedanken zu „Angstattacken durch zu viel Schmerz“

  1. vielen Dank meine liebe das du darüber extra einen eigenen Beitrag geschrieben hast, deine Antwort war wirklich viel detaillierter als ich erwartet habe. du hast mir damit auf jeden Fall mehr beantwortet als erhofft.

    p.s. bleib stark in Bezug auf dein Verlangen im letzten Absatz

  2. “ jetzt wieder zu Hause, ohne regelmäßige Sessions, da kommen wieder düstere Gedanken in mir hoch, der Wille mich selbst zu verletzen. Die Arbeit hilft dagegen sehr, aber nicht so sehr wie mein vorheriges Leben…”

    Hmm dein vorheriges Leben half mehr gegen düstere Gedanken…
    Was war das in deinem früheren Leben, das half?

    1. Lola, über dir, hat die Antwort verstanden. Aber dafür muss man hier wohl wirklich alles gelesen haben. Ich meinte damit mein Borderline (einfach mal hier auf der Seite nach dem Begriff suchen), und dass es mir dadurch immer sehr schlecht ging. Ab dem Moment, wo ich zur Herrin gezogen bin, ging es mir nach und nach besser. Nach einem Jahr hatte ich gar keine Probleme mehr damit.

      Woran das genau liegt, kann ich nicht genau sagen. SM scheint ein guter Ausgleich dazu zu sein. Vielleicht liegt es auch einfach nur daran, endlich eine Aufgabe gefunden zu haben, eine Herausforderung, die einem wirklich wichtig ist.

      Und jetzt, wieder zurück im normalen Leben muss ich aufpassen, dass ich nicht wieder in ein Loch rutsche.

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